VORVERKAUF FÜR DAS AUSWÄRTSSPIEL IN BREMEN STARTET
Die SG Dynamo Dresden beginnt ab sofort mit dem Kartenvorverkauf für das Auswärtsspiel bei der 2. Mannschaft des SV Werder Bremen am Dienstag, 19. April 2011, 18:30 Uhr auf Platz 11 am Bremer Weserstadion. Die Tickets gibt es Montag bis Freitag von 10 bis 19 Uhr und Samstag von 10 bis 15 Uhr im Dynamo-Fanshop im "glücksgas-stadion".
Im Vorverkauf stehen insgesamt 600 Stehplatzkarten (Vollzahler 9,- Euro, ermäßigt 5,- Euro) zur Verfügung. Das gesamte Gästekontingent umfasst mehr als 2.000 Tickets. So werden an den Tageskassen noch ausreichend Tickets zur Verfügung stehen. Der Vorverkauf in Dresden endet am Dienstag, 18. April 2011, 19:00 Uhr. Alle weiteren Infos sind hier zu finden.
OFFENER BRIEF DES PRÄSIDENTEN DER SG DYNAMO DRESDEN, ANDREAS RITTER
„Dynamo und Philharmonie sind keine Gegensätze, sondern zwei Seiten einer Medaille unseres schönen Dresdens.“ Mit diesen Worten reagiert Andreas Ritter, Präsident der SG Dynamo Dresden, auf das Gespräch mit Friedrich-Wilhelm Junge in der Sächsischen Zeitung vom 7. April 2011. In dem Beitrag bezeichnet Junge die Förderung des „drittklassigen“ Fußballvereins als Hindernis für den Kulturbetrieb der Landeshauptstadt.
Ritter weiter: „Es stimmt mich traurig, wenn ein so erfolgreicher und eigentlich einfühlsamer Mann wie Junge vor lauter Frust über Verhältnisse, für die er genauso wenig etwas kann wie Dynamo, um sich schlägt. Außerdem bringt er dadurch die Kulturarbeit in einen unnötigen Wettbewerb. Das ist weder zielführend, noch berücksichtigt es die berechtigten Interessen unserer Region und unserer Stadt in angemessenem Rahmen. So wie für mich außer Frage steht, dass die Kunst in der Semperoper, der Philharmonie und den Theatern zur Stadt gehört, so gehört aber auch die Sportgemeinschaft Dynamo, mit seiner traditionsreichen Geschichte, seinen Fans und Sympathisanten in ganz Deutschland untrennbar zu Dresden. Beides füllt einen großen Teil des Kulturlebens unserer Stadt aus. Wenn eines dieser Dinge fehlte, wäre Dresden nicht mehr dieselbe Stadt, mit derselben Ausstrahlung und derselben Lebensqualität.
Herr Junge irrt auch, wenn er meint, Dynamos Lebendigkeit sei Vergangenheit und der Verein lebe nur noch aus seiner Geschichte heraus. Ich lade ihn sehr herzlich ein, mit mir ein Heimspiel zu besuchen und dabei zu erleben, wie begeisterte Fans fröhlich und voller Hoffnung mit den Spielern mitfiebern. Das ist doch etwas, was er sich bestimmt auch für seinen eigenen Kulturbetrieb wünscht. Zwei, die einen wichtigen Teil der Dresdner Identität ausmachen, sollten sich nicht auf diese Art und Weise streiten, sondern gemeinsam in fruchtbringenden Gesprächen nach Lösungen suchen.
Ritter ergänzt: „Ich würde mich sehr freuen, wenn wir vielleicht sogar in Kürze etwas Gemeinsames auf die Beine stellen könnten. Ein Projekt, das uns beide weiterbringt und gleichzeitig die zahlreichen Facetten der Dresdner Kulturlandschaft glänzen lässt.
Verehrter Herr Junge, ich lade Sie dazu herzlich ein!
Ihr Andreas Ritter
Präsident der SG Dynamo Dresden
OFFENER BRIEF DER FANGEMEINSCHAFT DYNAMO
Sehr geehrter Herr Junge,
Fußballanhänger sind also Hooligans, gehen nicht wählen und merken nicht einmal wenn man das Stadion drei Jahre schließt? Bei allem Verständnis für die Kritik an den Umbauplänen für den Kulturpalast, liefern Sie mit Ihren Aussagen in der Sächsischen Zeitung vom 7. April 2011 nichts anderes als ein Paradebeispiel für wahre spätrömische Dekadenz, eine Eigenschaft der Parallelgesellschaft vermeintlicher Eliten.
Die bundesweit neu entstandenen Stadien sind ein Ausdruck dafür, dass Fußball nicht nur gesellschaftsfähig, sondern mehrheitsfähig geworden ist. Mit neuen fußballorientierten Schichten kamen auch neue Ansprüche an Komfort und Sicherheit, die letztlich von den Institutionen des Verbandes und des Staates verpflichtend festgeschrieben wurden und Neubauten unausweichlich werden ließen. Die sehr überschaubare Gruppe der „Hooligans“ hätte darauf sicher verzichten können.
Dass ein Stadion heutzutage Teil der städtischen Infrastruktur ist und von der öffentlichen Hand mitfinanziert wird, ist üblich und legitim. Von den Fußballvereinen werden 700 Mio. Euro Steuern und Abgaben im Jahr abgeführt. Nur ein einziger, Bayern München, erzielt langfristig Gewinne. Überall sonst ist auch Profifußball ein Verlustgeschäft, ähnlich wie andere Kulturbereiche und benötigt zumindest für die Spielstätten Unterstützung. Das nun vor allem der Drittligist Dynamo in existenzbedrohendem Maße und eben auch die Kommune für das neue Dresdner Schmuckkästchen bezahlen, hat seine Ursache schlicht und ergreifend darin, dass es die städtischen Verantwortlichen verschlafen haben, im Rahmen der WM 2006 die Möglichkeit zu nutzen, Fördermittel von Bund und Land für einen Neubau zu erhalten.
In das vergleichsweise bescheidene und sicherlich nicht als „Weltklasse“ zu bezeichnende Dresdner Stadion (vergleichen sie bitte die Kosten mit den Neubauten in Leipzig oder Aachen, ganz zu schweigen von Düsseldorf, München etc.) strömen in dieser Saison wieder weit über 300.000 Menschen, Tausende weitere fiebern zu Hause mit. Insgesamt ergab eine Studie 8 Millionen Sympathisanten von Dynamo Dresden. Sind diese Menschen keine Steuerzahler? Und mit welchem Recht werden dann eigentlich zig Millionen öffentliche Mittel in Hochkultursubventionen gesteckt? In einer Stadt, die mehr als ausreichend auf diesem Gebiet versorgt ist, in einen Bereich mit weitaus exklusiverem Publikum. Während Ottonormalverbraucher dafür Verständnis haben soll, wird Unterstützung für notwendige Rahmenbedingungen des Fußballs mit seinem wesentlich breiter gestreutem Publikum geneidet und mit peinlichen Phrasen über „Hooligans“ von ihnen derart offensichtlich Stimmungsmache betrieben, dass eigentlich nur noch die durch Dynamo Dresden bedrohten Kindergartenplätze fehlen.
Sehr geehrter Herr Junge, Dresden ist eine Kulturstadt. Und Fußball ist auch Kultur. Eine besonders wichtige Kultur, kommen doch beim Fußball soziale Exklusion, Status und Distinktionsbedürfnis weniger zum Tragen als anderswo. Allein die Tatsache, dass beim letzten Heimspiel 28.365 Fans im Dynamo-Stadion eine, vornehmlich durch Jugendliche auf die Beine gestellte, sensationell kreative und fantastische Choreografie bewunderten, unterstreicht die einmalige Bedeutung des Kulturgutes Fußballs in und für die Stadt Dresden. Die Fangemeinschaft Dynamo empfindet es als erschreckend, beschämend und bezeichnend, wie abfällig und unwissend Sie sich als ein Mitglied des Kultursenats der Kulturstiftung Sachsen äußern. Für Lobbyarbeit unter dem Deckmäntelchen des Kampfes gegen Steuermittelverschwendung, werden Sie mit ein wenig gutem Willen sicher eine Reihe wesentlich größerer und fragwürdigerer Ausgaben finden, als die Unterstützung einer von zwei brauchbaren Fußballspielstätten in ganz Sachsen.
Mit dynamischen Grüßen,
Fangemeinschaft Dynamo e.V.
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